Woher kommt der Begriff Patient?

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Karsten K.
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Woher kommt der Begriff Patient?

Beitrag von Karsten K. » So Sep 10, 2023 4:01 pm

Was bedeutet eigentlich der Begriff Patient und woher kommt er? Auf Englisch und Französisch bedeutet patient geduldig. Das scheint zwar sehr passend, weil man heutzutage viel Geduld braucht, wenn man sich in ärztliche Behandlung begibt. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass dies die ursprüngliche Bedeutung ist. Wisst ihr mehr?

Domino
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Re: Woher kommt der Begriff Patient?

Beitrag von Domino » Mo Sep 18, 2023 3:40 pm

Nein :D mit Geduld sollte das wirklich nichts zu tun haben. Der Begriff Patient:in wurde erst im 16. Jahrhundert in den grade entstehenden wissenschaftlichen Kreisen geprägt und von dem Lateinischen patiens abgeleitet, das er-duldenden bzw. ertragen bedeutet.

ischtar
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Re: Woher kommt der Begriff Patient?

Beitrag von ischtar » Di Sep 19, 2023 9:37 pm

Vielen Dank für dieses Thema und die grandiose Erklärung. Ich habe da noch eine weitere Frage, die ihr vielleicht beantworten könnt. Ist der Begriff „Patient“ eigentlich gesetzlich oder rechtlich geschützt?

JoNasWagNer
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Re: Woher kommt der Begriff Patient?

Beitrag von JoNasWagNer » Mo Sep 25, 2023 10:03 pm

Unter „Patient“ versteht man eine Person, die Dienstleistungen von Ärzten oder anderen Menschen, die Heilbehandlungen ausführen, in Anspruch nimmt.
Allgemein wird ein Patient krank sein oder an den Folgen eines Unfalles leiden. Doch auch gesunde Kranke kann es geben. Hierzu zählen beispielsweise Blutspender, Neugeborene oder Schwangere, genauso Lebendorganspender oder Impflinge, Menschen die Präventionsleistungen empfangen oder Patienten bei Früherkennungsuntersuchungen, Vorsorgeuntersuchungen, Schönheitsoperationen.

Karsten K.
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Re: Woher kommt der Begriff Patient?

Beitrag von Karsten K. » Mi Okt 04, 2023 7:19 pm

Danke für eure schnellen und äußerst interessanten Antworten. Erdulden statt Gedulden also. Die rechtliche Definition find ich auch wichtig.

ischtar
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Re: Woher kommt der Begriff Patient?

Beitrag von ischtar » Do Okt 12, 2023 3:50 pm

Vielen Dank an Jonas für die hilfreiche Antwort und den Link. Das ist genau, was ich gesucht habe.

Karina 1708
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Re: Woher kommt der Begriff Patient?

Beitrag von Karina 1708 » So Okt 22, 2023 4:15 pm

Ja, da kann ich mich nur anschließen. Interessant finde ich, dass Patient*innen gesetzlich als Kund*innen definiert werden, die Dienstleistungen von Ärzten oder anderen Therapeuten annehmen. Von Krankheit und Gesundheit ist da gar nicht die Rede.

druide
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Re: Woher kommt der Begriff Patient?

Beitrag von druide » So Jan 21, 2024 10:51 am

Echt ein toller Fred und eine echt gute Frage! :D Die Beiträge sind sehr informativ und ich konnte noch etwas dazu lernen.

Sanne
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Re: Woher kommt der Begriff Patient?

Beitrag von Sanne » Mo Jun 03, 2024 4:52 pm

Ich würde dir da zustimmen. Gute, seriöse Informationen sind wichtig, um sich als PatientIn oder Ratsuchende im Gesundheitswesen zurechtzufinden. Egal, ob es um die Suche nach einer Apotheke oder Selbsthilfegruppe, um Informationen zu Erkrankungen oder um Patientenrechte geht. Welche unabhängigen Informations- und Beratungsangebote es gibt erfahrt ihr auf https://gesund.bund.de/ueber-uns/partne ... eutschland und darüber hinaus, welche Patientenrechte es gibt und wie ihr euer Recht durchsetzen könnt.

Karina 1708
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Re: Woher kommt der Begriff Patient?

Beitrag von Karina 1708 » Mo Jun 10, 2024 3:54 pm

Ich kann mich da nur anschließen und selbst einen interessanten Hinweis hinzufügen. Ärztinnen und Ärzte haben zu respektieren, wenn Menschen eine Behandlung ablehnen oder abzubrechen wünschen – egal, ob es sich dabei um eine einfache Spritze oder um die aufwändige Therapie einer ernsthaften, womöglich lebensbedrohenden Erkrankung handelt. Nun sind Ärzte und Ärztinnen allerdings hoch qualifiziert. Sie müssen deutlich machen, was es bedeuten kann, eine Behandlung abzulehnen. Und sie müssen bemüht sein, ihre Patientinnen und Patienten von der nach aller Evidenz aussichtsreichsten Behandlungsform zu überzeugen, um Beschwerden zu lindern oder gar Krankheiten zu heilen. Eine partnerschaftliche Entscheidung kann eben nur wirklich gemeinsam getroffen werden: https://www.spektrum.de/kolumne/auf-aug ... nt/1843537

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