Kompartiment-Syndrom

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Arthur
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Kompartiment-Syndrom

Beitrag von Arthur » Di Apr 12, 2016 12:12 pm

Kompartiment-Syndrom

Wann können wir von einem Kompartiments-Syndrom sprechen?
Das ist einen übermäßigen Druck innerhalb des Muskels. Dieser Druck wird häufig verursacht von der Haut rund der Muskel ausdehnen von dem Muskel verhindert und also die Bewegung beschränkt und stechende Schmerzen auslöst.

Aber, diese löst nicht nur Schmerzen aus, sondern soll auch die Blutgefäße und Nerven die sich darein befinden beklemmen. Und das kann zu ernsthaften Schaden leiten da das Gewebe schlechter (oder sogar ganz nicht mehr) durchblutet wird und auch die Nerven beschädigt werden und zuweilen können absterben als die Situation zu lang anhält.

Es ist ganz normal das Muskeln nach starker Belastung kurze Zeit weh tun (Muskelkater). Aber als die Schmerzen regelmäßig plötzlich auftreten und immer mehr zunehmen muss man bedacht sein auf diesem Syndrom und sich von einem spezialisiertem Arzt untersuchen lassen. Meist betroffen sind die Muskeln des Unterschenkels und häufiger noch die Waden.

Die Muskeln können kräftig aufschwellen vor allem nach einer Verletzung (z.B. Prellung, Quetschung, Bluterguss etc. oder nach einem Knochenbruch).
Die erste Symptomen die auftreten sind ein drückender, oft auch brennender Muskelschmerz, welche noch zunimmt als die Belastung erhöht wird. Dabei kann es Taubheitsgefühle oder eine kribbelnd Gefühl auslösen. Im schlimmsten Fall können die Muskelzellen infolge der Unterversorgung absterben (Muskelinfarkt). Also ist es sicher ein medizinischer Notfall. Es sollte –auf Thrombose nach – die 2-häufigste Komplikation nach einem Knochenbruch.
Kein Training ohne Schmerzen?

Dann droht ein chronisches Kompartiments-Syndrom. Das gilt ins besonderes für sowohl Leistungs-, als Freizeitsportler. Noch schlimmer ist es als zur Muskelbildung Anabolika wird gebraucht, was bei Laufsport und Bodybuilding nicht selten vorkommt. Wann sich während des Trainings die Belastung zunimmt soll auch die Durchblutung zunehmen und der Muskeln tun anschwellen wodurch sich die Schmerzen sich melden. Das kann schon kurz nach Anfang der Belastung sein.

Man sagt wohl dass ein chronisches Kompartiment-Syndrom nicht so gefährlich ist, da der Sportler selber von Schmerz geplagt Gas zurücknehmen soll der sein Training abbrechen. [Ich bin damit nicht ganz einig. Bei einem chronisch zu hohen Druck in dem Muskel kann da doch bereits Schade an Nerven und Gefäß entstehen]. Aber dabei sollen die Schmerzen nicht gleich abnehmen. Bevor der Muskel so weit abgeschwollen ist und der Druck im Muskel so weit abgenommen dass die Schmerzen sich gelindert haben oder (zeitweilig) verschwunden sind dauert es wohl eine Weile.

Wie kann man bestimmen ob da Überdruck herrscht und wie wird das festgestellt?

Hierzu wird durch die Fascia in den Muskelbauch eine Kanüle gestochen, woran ein hochempfindliches Druckmessgerät verbunden ist. Dann wird etwas Flüssigkeit in den Muskel gespritzt und den Druck womit es zurück kommt wird gemessen. Wann der Druck höher ist als 40 mmHg, muss der Muskel entlastet werden. Um den Muskel mehr Raum zu geben und die Chance sich aus zu dehnen wird die Faszie gespaltet. Wann es Schnell gescheht soll der Schaden beschränkt bleiben oder es sogar nicht zu Schaden kommen. Die meisten (ca. 80%) sind dauerhaft schadenfrei.

Nicht immer muss operiert werden. In leichtere Fälle kann man mit Schonung, Dehnungsübungen und Kühlung gleich nach dem Training einem drohenden Kompartiment-Syndrom vorbeugen. Jedenfalls soll man den Training allmählig steigern und damit den Faszien Zeit geben, sich an den wachsenden Muskelumfang zu gewöhnen.
Holländischer diplomierter: Sporttherapeut (Triggerpointtechnik & Shiatsumethodik), Lymphdrainage- & Fußreflexzonen Therapeut;
In Deutschland ausgebildeter Schmerztherapeut in MIKROstrom- und Lichttherapie

Hildegard
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Re: Kompartiment-Syndrom

Beitrag von Hildegard » Fr Jun 11, 2021 12:57 pm

Das Kompartmentsyndrom, auch Logensyndrom oder Muskelkompressionssyndrom, ruft meist keine akuten Symptome oder Beschwerden hervor. Allerdings kann es auch akut werden. Ich hatte ein Kompartmentsyndrom nach einem schweren Autounfall, das akut wurde. Das heißt, ich hatte höllische Schmerzen, gegen die kein Mittel half, und Schwellungen sowie Gefühlsstörungen im betroffenen Bereich. Gottseidank konnte meine Ärztin schnell Abhilfe schaffen, ohne dass eine Operation notwendig wurde. Bei einem akuten Kompartmentsyndrom treten im Wesentlichen starke Schmerzen auf, meist mit einem Spannungsgefühl und oft auch mit Lähmungserscheinungen. Damit das nicht chronisch wird, muss es umgehend behandelt werden. Ansonsten wird durch den starken Druck im Gewebe die Blutzufuhr beeinträchtigt. Das kann in kürzester Zeit zu Gewebeschäden an den Muskeln führen.

Martin 1965
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Re: Kompartiment-Syndrom

Beitrag von Martin 1965 » Do Jun 24, 2021 5:28 pm

Das ist ein höchst interessantes Thema über das ich hier gestolpert bin. Es mutete erst einmal sehr theoretisch und distanziert an, scheint jedoch in der Tat aktuell und alltäglich zu sein. Die letzte Beschreibung trifft völlig auf eine Verwandte von mir zu und ich denke, dass ich sie jetzt besser verstehen kann.

Rufus
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Re: Kompartiment-Syndrom

Beitrag von Rufus » Di Aug 17, 2021 10:29 pm

Es gibt fünf charakteristische Anzeichen und Symptome im Zusammenhang mit dem akuten Kompartmentsyndrom: Schmerzen, Parästhesie (verminderte Empfindung), Blässe und Pulslosigkeit. Schmerz und Parästhesie sind die frühen Symptome des Kompartmentsyndroms. Schmerzen, Parästhesie (verändertes Gefühl / Taubheit und ein Kribbelgefühl), Lähmung, Blässe und Pulslosigkeit. Die wesentlichen Informationen sind auf der folgenden Seite verständlich zusammengefasst:
https://www.medvergleich.de/krankheiten ... ndrom.html
Es macht schon Sinn sich mit dem Thema zu beschäftigen. Die jährliche Inzidenz des akuten Kompartmentsyndroms liegt bei 1 bis 7,3 pro 100.000. Männer erkranken zehnmal häufiger an ACS als Frauen. Das mittlere Alter für ACS bei Männern liegt bei 30 Jahren. Bei Frauen liegt das Durchschnittsalter bei 44 Jahren.

Domino
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Re: Kompartiment-Syndrom

Beitrag von Domino » Sa Aug 28, 2021 2:34 pm

Das ist tatsächlich ein höchst interessantes Thema und es macht Sinn sich mit den Ursachen zu beschäftigen. Die können vielfältig sein. Eine Frau in Australien hat nach längerem Hocken in den engen Hosen Nervenschäden davongetragen. Ihre Waden waren so geschwollen, dass die Hose aufgeschnitten werden musste. Sie konnte ihre Knöchel und Zehen nicht mehr richtig bewegen und hatte kein Gefühl mehr unterhalb der Knie und in den Füßen. Die Untersuchungen ergaben: Muskel und Nervenfasern in den Unterbeinen waren durch das lange Zusammendrücken geschädigt: https://www.aerztezeitung.de/Panorama/N ... 46955.html
Die Hose hat demnach ein Kompartmentsyndrom ausgelöst!

Tusnelda
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Re: Kompartiment-Syndrom

Beitrag von Tusnelda » So Sep 12, 2021 10:56 pm

Das ist ein Problem, da stimme ich euch zu. Ein Kompartmentsyndrom wird häufig nicht richtig diagnostiziert, insbesondere, wenn keine Unterschenkelfraktur vorausgegangen ist. Unter allen kraniomaxillofazialen Notfällen kommt das orbitale Kompartmentsyndrom selten vor. Bei älteren Patienten werden bei Schmerzen und Schwellungen in den Beinen eher Venenthrombosen vermutet. Aber die Behandlung mit einem Kompressionsstrumpf verschlimmert die Schmerzen beim Kompartmentsyndrom. Deshalb sollten alle zur Verfügung stehenden Bildgebungsverfahren eingesetzt werden bis eine hundertprozentige Diagnose vorliegt. Durch Ultraschall und im Zweifelsfall auch CT kann geklärt werden, ob es sich bei den Ödemen um eine Thrombose oder das Kompartmentsyndrom handelt.

Martin 1965
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Re: Kompartiment-Syndrom

Beitrag von Martin 1965 » Mi Nov 24, 2021 11:34 pm

Diese letzte Beschreibung trifft völlig auf meine Schwester zu. Es war eine Tortúr bis sich die Diagnose endlich herauskristallisiert hatte. Ich habe sie selbst am Anfang nicht wirklich ernst genommen, auch weil sie kein sportlicher Mensch ist und wir dachten, dass sie sich vor dem Laufen drücken will. Nachträglich tut mir das Leid und ich kann nur jedem raten Freunde und Verwandte ernst zu nehmen, wenn sie leiden, auch wenn man nicht verstehen kann woher der Schmerz kommt.

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