Brandwunde am Arm

Antworten
alurad
Beiträge: 1
Registriert: Sa Sep 13, 2008 4:54 pm

Brandwunde am Arm

Beitrag von alurad » Sa Sep 13, 2008 5:00 pm

habe eine recht große wunde an meinem arm,von einem feuerzeug,nein ich habe diese nicht selber verursacht,die wunde geht ins fleisch und bildet immer eine komische schicht,leicht durchsichtig,ähnlich einer kruste aber weich,wenn ich diese schicht abziehe kommt eine helle,leicht rote flüssigkeit(kein eiter,kein blut und auch kein wundwasser),was ist das und wie lange wird die heilung der wunde dauern?

Sabrina77
Beiträge: 18
Registriert: Do Jul 24, 2008 9:30 pm

Brandwunde am Arm

Beitrag von Sabrina77 » Di Sep 16, 2008 7:09 pm

Wenn du die Schicht immer abziehst wird sich das noch ein wenig herauszögern. Du solltest das drauf lassen, da es sonst passieren kann, dass sich das Ganze entzündet. Normalerweise heilen leichte Brandwunden in 2-3 Wochen.

Rita
Beiträge: 103
Registriert: Sa Jun 09, 2007 12:16 am

Brandwunde am Arm

Beitrag von Rita » Mi Sep 17, 2008 8:07 pm

Grundsätzlich sollte man den Schorf auf Wunden, egal ob Band-, Schürf- oder andere Wunde, nicht entfernen. Unter dem Schorf bildet sich neue gesunde Haut. Zur Zellregeneration und zur Bildung neuer Hautzellen benötigt die Oberfläche diesen Schorf. Zieht man ihn ab, unterbricht man die Zellregeneration und zögert eine Wundheilung nur immer wieder heraus.
Eine helle, leicht rote Flüssigkeit (= Lympfflüssigkeit), die sich beim Abziehen des Schorfs bildet ist ein natürlicher Abwehrmechnismus der Haut. Die Lymphe sind die "Feuerwehr" des Organismus und wehren Schmutz, Viren, Bakterien und Makroorganismen ab und bilden beim Eintrocknen wiederum vor Druck schützenden Schorf. Der Schorf fällt nach Hautregeneration und Bildung von lichtschützenden Melanozyten ganz von selber ab. Die Haut ist dann meist erst etwas heller als die umliegende Haut, welche sich jedoch nach kurzer Zeit anpasst (Melaninausschüttung).
Eine Wunde kann ganz ohne Narben verheilen, wenn nicht daran rumgekratzt wird und die Wunde nicht zu tief ist, das Hautmembran also zwischen Oberhaut und Unterhautfettgewebe nicht zerstört wird.

Rolf
Beiträge: 180
Registriert: Mi Apr 04, 2007 9:55 am

Re: Brandwunde am Arm

Beitrag von Rolf » Mo Nov 05, 2018 3:49 pm

danke für die erklärung – sehr gut und verständlich.
mit brandwunden hatte ich zum glück noch nicht so viel zu tun, aber ich neige auch dazu, verletzungen nicht so richtig ernst zu nehmen, jedenfalls wenn sie mich betreffen.
in zukunft bin ich klüger.

DieSteffanie21
Beiträge: 15
Registriert: Do Nov 15, 2018 3:53 pm

Re: Brandwunde am Arm

Beitrag von DieSteffanie21 » Do Nov 15, 2018 4:07 pm

Hey alurad,

Würde auch nicht allzu viel an der Wunde herumzappeln. So eine Kruste hat schon ihren Sinn und wenn sie sich bei dir schon gebildet hat, dann ist deine Wunde schon auf einem guten Weg, wieder zu heilen.

Wichtig ist natürlich, wie bei jeder anderen offenen Wunde auch, sie steril abzudecken. Denn wie bei einer Schürfwunde, wird bei einer Brandwunde die Haut beschädigt. Durch diese Beschädigung können Bakterien eintreten und es kann zu einer Infektion kommen. Ich desinfiziere deshalb immer einmal gründlich und lege dann einen Wundverschluss auf die Wunde. Dann brauchst du nur Geduld und kannst ggf. auch den verband wechseln.

Wenn die Wunde aber wirklich schlimm aussieht oder längere zeit lang pocht, würde ich schon einen Arzt aufsuchen. Sicher ist sicher würde ich da sagen.

luna21
Beiträge: 154
Registriert: Di Apr 13, 2021 3:01 am

Re: Brandwunde am Arm

Beitrag von luna21 » Mi Apr 13, 2022 11:56 pm

Bei gesunden Personen ohne Vorerkrankungen sollte eine akute Wunde innerhalb von drei Wochen heilen und eine komplette Erneuerung der betroffenen Hautpartien innerhalb eines Jahres abgeschlossen sein. Wenn eine Wunde nicht gemäß dem normalen Verlauf verheilt, kann die Heilung in einer der 4 Phasen stagnieren und zu einer schwer heilenden (chronischen) Wunde werden. Unabhängig von dieser zeitlich orientierten Definition gibt es Wunden, die von Beginn an als chronisch anzusehen sind, da ihre Behandlung eine Therapie der weiterhin bestehenden Ursache erfordert. Hierzu gehören beispielsweise das diabetische Fußulcus, Wunden bei pAVK, Ulcus cruris venosum oder Dekubitus: https://www.coloplastprofessional.de/wu ... undwissen/
Die Heilung akuter Wunden durchläuft alle Heilungsstufen reibungslos. Im Gegensatz dazu ist das Hauptmerkmal nicht heilender, chronischer Wunden, dass der Heilungsprozess gestört, unorganisiert, willkürlich und unvorhersehbar ist, da die Entzündungsparameter und Protease-Spiegel ansteigen und den Heilungsprozess beeinträchtigen.

Zimmermann
Beiträge: 295
Registriert: Di Aug 03, 2010 9:57 pm

Re: Brandwunde am Arm

Beitrag von Zimmermann » So Apr 17, 2022 10:15 am

Ich schließe mich grundsätzlich an. Leider kann ich kein Naturheilmittel empfehlen, obwohl ich diese ansonsten immer bevorzuge. Auch die guten alten Hausmittel sind nicht ratsam bei Brandwunden. Von der Idee Butter, Öl oder Mehl auf die Wunde zu geben, ist ganz und gar abzuraten. Diese Stoffe decken zwar die Wunde ab, aber sie sind kein Schutz sondern ein Nährboden für Keime. dadurch bedeutet vergrößert sich die bei Brandwunden ohnehin sehr akute Infektionsgefahr. Auch das Aufstechen von Brandblasen erhöht die Gefahr, dass sich die Wunde entzündet. Brandwunden sollten nur mit sterilen Verbänden abgedeckt werden.

Karsten K.
Beiträge: 65
Registriert: Do Sep 03, 2009 10:29 pm

Re: Brandwunde am Arm

Beitrag von Karsten K. » Do Sep 15, 2022 9:54 pm

Kleine, oberflächliche Wunden können schon mal selbst zuhause behandelt werden, aber die Anforderungen an die Wundbehandlung bei richtigen und großflächigen Brandwunden sind zu hoch, besonders wenn man Narbenbildung vermeiden will. Der erste Schritt ist immer die Reinigung, damit sich keine Keime können sich auf dem verletzten Gewebe ausbreiten und Erkrankungen entstehen lassen können. Bei kleineren Brandwunden kann man es dann mit Birkenrinden-Extrakt zur Wundheilung versuchen.

Watson
Beiträge: 187
Registriert: So Aug 31, 2008 2:19 pm

Re: Brandwunde am Arm

Beitrag von Watson » Di Sep 20, 2022 6:02 pm

80 Prozent aller Verbrennungen passieren im Haushalt. Handelt es sich um kleinere Brandstellen, z. B. am Finger, ist die beste Erste-Hilfe-Maßnahme fließendes Leitungswasser. Finger drunter halten, etwa zehn bis maximal 20 Minuten. Das Wasser sollte zwischen 15 und 20 Grad Temperatur haben. Befindet sich die Brandwunde an einer weniger mobilen Stelle, dann sind feuchte Umschläge das Mittel der Wahl. Sobald die geschädigte Hautfläche aber größer als zwei DIN A-4-Seiten ist, sollte man unbedingt schnell einen Notarzt rufen. https://www.fitforfun.de/beauty/wellnes ... 62624.html
Hintergrund der Wasserkühlmethode: Die Hitze soll sich nicht weiter im Gewebe ausbreiten. Kühlkissen oder Eiswasser übrigens sind nicht ganz so empfehlenswert. Dabei ist die Gefahr groß, dass das Gewebe einen Kälteschock und Erfrierungen erleidet.

Antworten