Nervenschmerzen

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xavier
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Nervenschmerzen

Beitrag von xavier » Do Jun 18, 2020 10:56 pm

Nervenschmerzen oder Neuropathische Schmerzen sind, neben Kopf- und Rückenschmerzen, die häufigste Ursache chronischer Schmerzen. Durch eine vorangegangene Schädigung sind die Nervenzellen übermäßig erregbar und reagieren auch ohne sichtbaren physischen Einfluss. Werden neuropathische Schmerzen nicht rechtzeitig behandelt, können sie sich zu chronischen Nervenschmerzen entwickeln. Eine Diagnose wird dann immer schwieriger.
Chronische Nervenschmerzen sind längst zu einem Volksleiden geworden und bedauerlicher Weise erleiden viele Menschen die Schmerzen ohne therapeutische Hilfe zu erhalten und sogar ohne eine richtige Diagnose.
Als chronisch werden Schmerzen bezeichnet, die länger als sechs Monate anhalten.
Körperliche Auslöser können Erkrankungen oder Funktionsstörungen der Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke, z.B. nach einem Sportunfall, sein oder Veränderungen des Nervensystems sowie eine Mischform von beiden. Zudem können Stress und Belastungssituation die Schmerzerinnerung aktivieren. Bei der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung (ASS) leidet der Patient über Monate hin unter quälenden Schmerzen, die außer der genetischen Veranlagung, keine akute körperliche Ursache haben. Hier führen frühere Schmerzerfahrungen, die im Schmerzgedächtnis abgespeichert wurden, zu einer speziellen Sensibilisierung.
Alle Ursachen von Nervenschmerzen sind medizinisch anerkannt, auch wenn viele Zusammenhänge noch nicht einwandfrei wissenschaftlich belegt werden können. Niemand muss unbehandelt darunter leiden, aber je länger eine Diagnose und Therapie herausgezögert werden, desto stärker werden die Nervenzellen geschädigt.

Förster
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Re: Nervenschmerzen

Beitrag von Förster » Mo Jun 22, 2020 1:26 am

Tatsächlich sind Nervenschmerzen längst zu einem Volksleiden geworden.
Chronische neuropathische Schmerzen sind häufig und beeinträchigen erheblich die Lebensqualität, wichtig ist die Abgrenzung gegenüber anderen chronischen Schmerzen. Viele chronische Schmerzsyndrome sind durch ein Nebeneinander von nozizeptiven und neuropathischen Schmerzkomponenten gekennzeichnet. Weiterlesen: https://www.aerzteblatt.de/archiv/64643 ... -Schmerzen

Strolchi
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Re: Nervenschmerzen

Beitrag von Strolchi » Do Jun 25, 2020 10:49 pm

Das muss wirklich eine schreckliche Erkrankung sein. Ich habe auch schon öfter von Nervenschmerzen gehört und, dass die Ärzte das immer nicht so richtig glauben. da haben es die Patienten schwer.
Aber ich glaube, es ist auch wirklich schwierig, Nervenschmerzen von anderen Schmerzformen zu unterscheiden.
Wisst ihr welche Untersuchungen die Patienten da machen sollten, besonders wenn die Ärzte meinen, es wäre nur psychosomatisch?

xavier
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Re: Nervenschmerzen

Beitrag von xavier » So Jun 28, 2020 2:14 pm

Neuropathische Schmerzen haben auch immer einen psychischen Anteil. Auf der einen Seite verstärkt Stress die Symptome wie bei anderen Erkrankungen auch immer und zum anderen wirken sich Nervenschmerzen auch auf die Psyche aus und können z.B. Depressionen verursachen. Ich glaube aber nicht, dass moderne Ärzte die Schmerzen gleichzeitig abtun und als psychosomatisch einordnen. Es kann natürlich sein, dass dem Patienten gar nicht geglaubt wird, dann sollte er aber den Arzt wechseln.

Neuropathische Schmerzen sind tatsächlich nicht leicht zu diagnostizieren. Es gibt aber Diagnoseverfahren mit deren Hilfe die Symptome Schritt für Schritt analysiert werden können.
Der erste Schritt, den der Patient sofort und allein machen kann, ist das Führen eines Schmerztagebuch bzw. Nutzung von vorgegebenen Schmerzfragebogen. Das ist die Basis der Anamnese.
Parallel erfolgt in der Regel eine vollständige neurologische Untersuchung. Von besonderer Bedeutung ist hier, die sensorischen Symptome exakt zu erfassen, also Beschwerden wie Taubheit, Lähmungserscheinungen oder Allodynie. Diese Symptome treten nur bei neuropathischen Schmerzen auf. Damit hat man sie von anderen Schmerzformen abgrenzen. Eventuell erfolgen weitere Untersuchungen mit bildgebenden Verfahren wie CT.
Eine genaue Labordiagnostik trägt dazu bei Krankheiten, die häufig von Nervenschmerzen begleitet werden, schnell zu analysieren bzw. eliminieren um das richtige Therapiekonzept zu wählen.

Liefers
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Re: Nervenschmerzen

Beitrag von Liefers » Mi Jul 15, 2020 10:19 pm

Nervenschmerzen scheinen in der Tat weit verbreitet zu sein. Jedenfalls höre ich in meinem Bekanntenkreis immer häufiger davon. Die Diagnose scheint ein großes Problem zu sein. Die meisten Bekannten, die darunter leiden, haben wahre Ärzte- und Therapeuten-Odysseen hinter sich.
Meine Frage, die ich zu dem Thema habe, bezieht sich auf die Laboruntersuchungen von Blut und anderen Flüssigkeiten. Wie können sie dazu beitragen, Neuropathische Schmerzen zu definieren? Gibt die Zusammensetzung der Körperflüssigkeiten Aufschluss darüber, z.B. das Verhältnis der Elektrolyte?

xavier
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Re: Nervenschmerzen

Beitrag von xavier » Di Jul 21, 2020 2:18 pm

Blut- Urin- und andere Flüssigkeitsanalysen im Labor können sehr aufschlussreich sein besonders bei Verdacht auf (Autoimmun-) Erkrankungen als Auslöser der Nervenschmerzen.
Da die Aufnahme und Verarbeitung von Elektrolyten bei solchen Erkrankungen oft geschädigt ist und Störungen des Wasserhaushalts zu den Nebenerscheinungen gehören, leiden die Erkrankten oft unter Mineralstoffmangel. Häufig sind Kalium und Natrium betroffen, aber auch Eisen, Magnesium und andere Mineralien. Wenn der Mangel genau analysiert wird, kann man auch auf natürliche Weise mit der richtigen Ernährung gegensteuern.
Zusätzlich kann eine Lumbalpunktion (Untersuchung des Nervenwassers im Rückenmark) Aufschluss geben. Sie dient der Diagnostik, kann aber darüber hinaus auch zu therapeutischen Zwecken oder zum Einbringen von örtlichen Betäubungsmitteln genutzt werden.
Die Labormedizin ist tatsächlich eine große Hilfe, wenn man der Ursache von Neuropathische Schmerzen auf den Grund gehen will.

Zimmermann
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Re: Nervenschmerzen

Beitrag von Zimmermann » Di Aug 04, 2020 10:57 am

Vielen Dank für das Thema. Ich kenne auch einige, die unter Neuropathische Schmerzen leiden oder Nervenschmerzen haben, die nicht diagnostiziert werden konnten. Oben erklärst du, dass es verschiedene Erkrankungen gibt, die dazu führen, und dass sie, erst diagnostiziert, auch gut behandelbar seien.
Ich möchte dich bitten nochmal Genaueres über therapeutischen Hilfen, insbesondere über das Einbringen von örtlichen Betäubungsmitteln, zu berichten.

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