Hygiene Hypothese

Angel
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Beitrag von Angel » Do Nov 14, 2013 3:58 pm

Wir könen jetzt ja nicht alle auf einen Bauernhof ziehen. Außerdem denke ich, dass da auch andere Bedrohungen für die Gesundheit warten. Gegen die Schadstoffe durch Fabriken oder Autos muss doch auch etwas politisch getan werden!

Angel
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Beitrag von Angel » So Dez 01, 2013 5:58 pm

Ich habe noch einen guten Link zu diesem Thema gefunden (aus der Reihe Quarks&Co, die ich sehr gut finde):

http://www.wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2009/0512/003_allergien.jsp

Fiona
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Beitrag von Fiona » Mi Dez 04, 2013 1:48 am

Der Beitrag ist wirklich sehr informativ! Danke für den Link!

Zimmermann
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Beitrag von Zimmermann » Mo Feb 10, 2014 5:05 pm

Nachdem ich mir die Beiträge durchgelesen und auch die Links angesehen habe, kann ich nur eines sagen: es ist eine Hypothese.
Allergien scheinen heutzutage häufiger aufzutreten und bereits Kinder werden deshalb behandelt, aber liegt es nicht daran, dass man heute eher darauf achtet. Schon vor 50 Jahren haben Kinder oft unter Heuschnupfen geltten, wie auch Schulkameraden von mir. Das war unangenehm für sie, aber es wurde kein großer Hehl daraus gemacht. Ist es nun tatsächlich schlimmer geworden und sind wir nicht - zu Recht - sensibler für gesundheitlich Belange geworden.

Zimmermann
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Beitrag von Zimmermann » Do Feb 27, 2014 2:12 pm

Zu diesem Thema habe ich einen Beitrag auf Pharma Wiki gefunden. Die Webseite ist unabhängig, werbefrei und wissenschaftlich fundiert. Es hilft sicherlich den Beitrag zu lesen um sich ein genaueres Bild zu machen:

http://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Hygiene-Hypothese

jasmin
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Beitrag von jasmin » Mo Mär 10, 2014 4:28 pm

Für ELTERN ist es dennoch schwer die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wir lassen uns schnell verunsichern, weil wir ängstlich um das Wohl unserer Kinder bedacht sind. Unsere Eltern wollten es besonders gut machen und haben extrem auf Hygiene, besonders beim Kleinkind, geachtet. Man darf auch nicht vergessen, dass in vorhergehenden Jahrhunderten viele Kinder aufgrund mangelnder Hygiene krank wurden.

Fiona
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Beitrag von Fiona » Mo Mär 17, 2014 6:03 pm

Hier mal eine andere Perspektive: Im Ayurveda werden allergische Beschwerden auf eine Blockade der Funktionen des Immunsystems durch Stoffwechselschlacken (Ama ) zurückgeführt. Diese wiederum sind durch eine zu schwache Verdauungskraft (Agnis) verursacht. Um sie zu verbessern steht die Ernährung an erster Stelle. Außerdem ist die psychische Ausgeglichenheit wichtig. Besondere Hygiene-Maßnahmen spielen dabei keine Rolle.
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Tim
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Beitrag von Tim » Do Feb 05, 2015 12:35 pm

Die Hygiene Hypothese wurde bereits vor Jahren durch Marburger Forscher belegt, die eine Vergleichsuntersuchung von 3.500 Kindern aus verschiedenen Lebensräumen durchführten.
Sie stellten fest, dass die Kinder, die frühzeitig mit Dreck konfrontiert werden, z.B. viel draußen spielen, ihr Immunsystem intensiver
trainieren. Das konnten die Wissenschaftler anhand von Zytokine aufzeigen. Dies sind spezielle Botenstoffe, die durch den Kontakt mit bakteriellen Toxinen die Th1-Helferzellen stimulieren. Das Immunsystem von Kindern, die frühzeitig mit diesen Toxinen umgehen wird insgesamt toleranter und schaltet sich bei harmlose Bakterien, ebenso bei häufigen Allergenen ab.

Billa
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Beitrag von Billa » Mi Feb 18, 2015 9:27 am

Finde ich auch ganz logisch!
Allergien, Immunerkrankungen und Infektionsanfälligkeit aufgrund eines geschwächten körperlichen Abwehrsystems sind klar Zivilisationskrankheiten.
;) Da hilft nur: Zurück zur Natur!

jasmin
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Beitrag von jasmin » Do Feb 26, 2015 3:11 pm

Für die Entwicklung der Kinder, sowohl die physische wie auch die psychische, ist es wichtig, dass sie draußen an der frischen Luft frei spielen können. Das ist nur natürlich und unterstützt unter anderem auch ihr Immunsystem. Allerdings haben die Gefahren, vor allem im urbanen Umfeld zugenommen. Als Eltern muss man besonders auch darauf achten, dass sie nicht durch toxische Stoffe belastet werden.

hornisse
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Beitrag von hornisse » So Mär 01, 2015 9:54 am

Echt interessantes Thema - und gar nicht so leicht, da eine eindeutige Position zu beziehen!

Ich selbst konnte als Kind noch viel draußen spielen, im Garten, am Stadtrand, leider nicht so richtig auf dem Land. Es hat mir viel Spaß gemacht, wenn wir ganz in unseren Abenteuerwelten versunken waren. Allein schon deshalb würde ich auch meinen Kindern diese Möglichkeit bieten.
:D Und, wer weiß, vielleicht hat das tatsächlich zu meiner ganz guten Gesundheit beigetragen!

Yeliz
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Beitrag von Yeliz » Do Jun 22, 2017 11:00 pm

Wenn ich mich so umschaue in meiner Familie finde ich schon, dass die, die noch auf dem Land mit Tieren aufgewachsen sind, schon sehr viel robuster sind als die aus der Stadt und die jüngere Generation.
Keiner von denen hat eine Allergie.
Ich glaube entzwischen schon, dass Kinder im Dreck spielen müssen.

cassy
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Beitrag von cassy » Sa Sep 02, 2017 1:10 pm

Ich glaube mitlerweile auch, dass man Kindern eine natürlichere Umgebung bieten sollte, in der sie im Dreck spielen können und sich so abhärten gegen Keime und Allergene.
Wenn man in der Stadt wohnt ist das allerdings nicht so einfach. Der Dreck dort ist zum Teil hochgiftig. Eine Lösung für dieses Dilemma fällt mir leider nicht ein.
Habt ihr Ideen dazu?

tine
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Beitrag von tine » Sa Jan 13, 2018 2:10 pm

Ich fürchte auch, dass die Feinstaubbelastung eine derart negative Wirkung auf den Organismus hat, dass sie ständig das Immunsystem attackiert und schwächt. Dazu kommt noch, dass man erst in letzter Zeit begonnen hat das genauer zu untersuchen. Die meisten Stoffe sind in ihrer Wirkung noch gar nicht vollständig bekannt.
Eine Abhärtung als Kind kann zwar sinnvoll sein für ein funktionierendes Immunsystem, aber kann den neuen Giften auch nicht standhalten - denke ich.

mahe
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Beitrag von mahe » Mi Jan 17, 2018 1:14 pm

Das ist nichts anderes als Desensibilisierung, gibts viel bei google zum nachschauen

cassy
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Beitrag von cassy » Fr Mär 09, 2018 11:33 am

tine postete
Ich fürchte auch, dass die Feinstaubbelastung eine derart negative Wirkung auf den Organismus hat, dass sie ständig das Immunsystem attackiert und schwächt. Dazu kommt noch, dass man erst in letzter Zeit begonnen hat das genauer zu untersuchen. Die meisten Stoffe sind in ihrer Wirkung noch gar nicht vollständig bekannt.
Eine Abhärtung als Kind kann zwar sinnvoll sein für ein funktionierendes Immunsystem, aber kann den neuen Giften auch nicht standhalten - denke ich.
Da hast du natürlich völlig Recht!
Das mit dem Feinstaub wird jetzt endlich untersucht. Jedenfalls habe ich den Eindruck, weil Feinstaub zur Zeit oft in den Nachrichten ist. Wenn man bedenkt, dass es hier im Forum (Info-Line) schon ganz zu Anfang thematisiert wurde, ist es schon traurig zu sehen, wie lang die Politik braucht um zu reagieren.
Gegen solche Gift hilft auch der schönste Bauernhof nicht.

marissa
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Re: Hygiene Hypothese

Beitrag von marissa » Sa Nov 03, 2018 12:22 am

Welche Ursache genau vorliegt, ist noch unklar, aber die Zunahme von Allergien ist Fakt. Viele Forscher nennen sie deshalb die Epidemien unserer Zeit. Nachweislich leidet heute etwa ein Drittel der Deutschen darunter. Aus der Schweiz gibt es aussagestarke Statistiken, die belegen, dass sich dort der Anteil der Heuschnupfenkranken innerhalb von 60 Jahren verzehnfacht hat. Das sind jedenfalls nicht alles eingebildete Erkrankungen.
Doch die meisten Allergiker werden falsch behandelt oder gehen erst gar nicht zum Arzt. Leider fühlen sich viele auch nicht richtig ernstgenommen von den Ärzten. Aber wenn sich das Immunsystem auf bestimmte Allergene eingeschossen hat, hilft wirklich nur noch die Desensibilisierung. Das Immunsystem muss gezielt gefordert werden.
Für unsere Kinder bietet die Hygiene Hypothese allerdings einen Ausweg.

cassy
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Re: Hygiene Hypothese

Beitrag von cassy » Mi Nov 14, 2018 1:22 pm

Ich finde das Thema sowieso wahnsinnig interessant!
Das Immunsystem, wahrscheinlich gelangweilt von der hygienischen Umgebung, beginnt harmlose Gegner zu attackieren und zieht dafür alle Energie ab.
Sehr interessant für die Hypothese: etwa 5 Prozent der Amish-People in den USA leiden im Jugendalter an Asthma. Das sind nur halb so viele wie der US-Durchschnitt. Zurzeit geht man davon aus, dass der Konsum von Rohmilch vorallem dafür verantwortlich ist.

Niko
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Re: Hygiene Hypothese

Beitrag von Niko » Mo Dez 24, 2018 1:37 pm

Ich hab mir den ganzen Thread neulich mal genau durchgelesen und find das auch wahnsinnig interessant. Auf jeden Fall werde ich darauf achten, wenn ich mal Kinder hab. :D

Erin
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Re: Hygiene Hypothese

Beitrag von Erin » So Mär 03, 2019 1:30 pm

Ich schließe mich da an! Der Thread ist wirklich interessant, weil er so viele verschiedene Aspekte aufzeigt.
Besonders interessant ist der Hinweis auf die Amish-People in den USA. Allerdings frage ich mich, wie der Zusammenhang mit der Rohmilch ist.
Auch die Ayurveda Erklärung fand ich gut. Da ist es ähnlich: Allergien sind in Indien fast unbekannt und das, trotz der hohe Umweltbelastungen und der Bevölkerungsdichte. Selbst Allergien auf Erdnüsse sind in Indien nicht bekannt, obwohl das Land einer der weltweit größten Erdnuss-Konsumenten ist. In den USA dagegen sind mehr als 3 Millionen Menschen betroffen und es treten immer wieder Todesfälle nach Erdnusskonsum auf.

Volkhert
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Re: Hygiene Hypothese

Beitrag von Volkhert » So Apr 28, 2019 1:19 am

Deine Ausführungen sind sehr interessant. Allerdings ist es nicht ganz klar, ob tatsächlich Hygiene für die Ausbreitung von Allergien verantwortlich ist oder ob es der fehlende Kontakt zu Tieren ist. In den beschriebenen Fällen leben Kinder eng mit Tieren zusammen und in diesem Zusammenhang werden keine besonderen Hygienevorschriften beachtet. Allerdings sind die Menschen durchaus reinlich. In den Häusern zum Beispiel vernachlässigen sie nicht die Hygiene. Gleichzeitig besteht aber auch eine Gefahr durch Hausstaub. Dieser kann sowohl Allergien auslösen als auch zur Schilddrüsenstörungen führen. Mit einer Vernachlässigung der Hygiene ist also nichts gewonnen. Allerdings könnten auch Putzmittel, die Allergene enthalten und auch andere Giftstoffe, für die zunehmende Immunschwäche von Kindern verantwortlich sein.

marissa
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Re: Hygiene Hypothese

Beitrag von marissa » Fr Jul 12, 2019 3:40 pm

Das Thema beschäftigt mich immer wieder – und du hast Recht, wenn du sagst, die Ursache der Zunahme von Allergien ist noch nicht geklärt. Mein Mann meint, es sei genetisch bedingt, aber ich kenne mich da zu wenig aus, um das beurteilen zu können.
Welche Vorgehensweise ist dann die richtige?
Seit ich selbst Mutter bin, habe ich auch ständig Angst davor, dass sich mein Kind infizieren könnte. Vorher habe ich die Hygiene eher locker gesehen und mir vorgestellt, dass mein Kind einfach draußen im Dreck spielt – so wie ich früher. Aber heute wohne ich in der Großstadt, nicht nur umgeben von Keimen aller Art, sondern zusätzlich von Feinstaub. Mein Baby ist jetzt noch zu klein, aber ich überlege ernsthaft, ob ich es jemals auf dem Kinderspielplatz in unserem Kiez spielen lassen kann …

cassy
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Re: Hygiene Hypothese

Beitrag von cassy » Mi Sep 11, 2019 5:39 pm

Die Diskussion ist wirklich sehr interessant geworden Zuerst dachte ich, das die Hypothese ganz logisch klingt und war ziemlich schnell davon überzeugt.
Aber wenn ich die ganzen Argumente so lese, sieht doch alles viel komplizierter aus.
Man weiß ja auch, dass früher viele Leute gerade auf Grund einer mangelnden Hygiene gestorben sind.

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Re: Hygiene Hypothese

Beitrag von marissa » Sa Sep 21, 2019 4:32 pm

Sehr spannend das Ganze :o
Zurzeit versuchen viele Medizinische Forscher zu durchleuchten du herauszubekommen, wieso es eigentlich Allergien gibt und wie sie entstehen. Da vermutet wird, dass es auch erbliche Einflüsse gibt, werden endlose Gen-Sequenzen durchsucht, ebenso wie Immunbotenstoffe.Forscher rund um den Globus sind damit beschäftigt. Dabei spiele auch Vergleiche zwischen Europa/N-Amerika und Asien eine Rolle.
Bisher schein es so, als wenn das Immunsystem allergisch reagiert, wenn es ansonsten nichts Richtiges zu tun hat.
Das spricht allerdings gehörig für die Hygiene Hypothese.

kerala
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Re: Hygiene Hypothese

Beitrag von kerala » So Sep 29, 2019 2:27 pm

Eine wirklich sehr spannende Diskussion. Zuerst dachte ich, es ist so das Übliche zu Allergien, aber mir scheint, dass tatsächlich von allen Seiten geguckt wird und alle Aspekte beleuchtet werden.
Sehr gut, dass Allergien, ebenso wie die Allergiker selbst, näher erforscht werden.
Allerdings glaube ich nicht, dass das Fehlen von Allergien in Indien und China/Japan eine genetische Ursache hat. Ich glaube, dass das auf 2 andere Faktoren zurückzuführen ist. Erstens achtet man in Ostasien viel mehr auf die Ernährung und nimmt sie als Gesundheitsfaktor wahr. Zweitens lebt man sowohl in Indien wie auch in China sehr eng mit Tieren zusammen, wenn auch in sehr unterschiedlichen Zusammenhängen. Ich denke diese beiden Faktoren werden sich durch die Forschung als Ursache für die Allergien herausstellen.

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